Mzungu: Tag 13

Gestern Abend war ich bei einem jungen congolesische Paar zuhause zum Abendessen eingeladen. Die beiden haben letztes Jahr geheiratet und bekommen im Oktober Nachwuchs. Sie ist die Schwester eines GCL-Kontakts von Bukavu. Die Wohnung ist klein und einfach eingerichtet, aber auch mit etwas Luxus wie sehr grosses TV-Geraet, neue grosse Möbel und es steht ein Auto vor der Tür, welches aber ein Geschenk beider Eltern ist. Er arbeitet bei einer holländischen NGO und hat keine fünf Minuten Fussweg zur Arbeit. Sie erzählen mir, dass Ihr Vater starb, als sie 12 Jahre alt war und ihre Mutter die sieben Kinder alleine grosszog – ich druecke meinen Respekt für die Mutter aus. Sie kommt aus Bukavu. Er hat noch neun Geschwister und seine Familie lebt in Goma und unterstützt das junge Paar.

Heute planten wir meine Weiterfahrt nach Bukavu, ich nehme morgen früh das grosse Boot. Ein JRS-Mitarbeiter hat mir schon ein Ticket gekauft. Abends mache ich mit Bruder M. einen Spaziergang zum Hafen und dort ist ein reges Treiben und ich werde von vielen angestarrt, als wenn sie noch nie einen Mzungu gesehen hätten. Die Moped-Fahrer bieten uns ständig ihre Dienste an und können nicht verstehen, dass wir laufen möchten. Die Holzlastenraeder kommen schwer beladen mit riesigen Säcken zum Hafen. Einem ist sein Rad umgekippt und er schafft es nicht es aufzurichten. Als ich ihm dann helfe und das Rad wieder senkrecht steht, applaudieren die Umstehenden. Wir sehen mein Schiff, die Emmanuelle II, mit der ich morgen fahren werde.

Emanuelle II

Autor: Jutz_2017

Geboren 1961 und beruflich als E-Ing. (FH) in der Automatisierungstechnik tätig. Glücklich verheiratet und Vater von vier erwachsenen Töchtern. Ich engagiere mich gerne im Fairen Handel und in der Flüchtlingsarbeit. Religiös bin ich in der kath. Kirche aufgewachsen und fühle mich in der igantianischen Spiritualität zuhause. Der Interreligöse Dialog mit Muslimen, Hindus und Anderen ist mir wichtig geworden, die Ökumene ist mir eine Selbstverständlichkeit.

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