Bildung für alle: Tag 9 

Heute darf ich mit A., dem Jesuiten, E., dem frischen Vater und A., der selbstbewussten jungen Frau, die auch vertrieben wurde, mitfahren. JRS zahlt an den Schulen für die Kids aus den Camps anteilig Schulgebühren, d.h. 50% zahlt je  JRS und die Eltern, d.h. je Trimester zahlt JRS je Kind 10 US Dollar. In unserer ersten Schule werden von 255 Kindern 28 von JRS unterstützt. Jedes Kind muss dafür unterschreiben und der Schuldirektor quittiert den Erhalt des Geldes. Es gab auch schon Direktoren, die versuchten JRS auszutricksen und für Kids, die die Schule verlassen hatten, ein anderes unter gleichem Namen laufen zu lassen, aber nicht aus einem Camp. 

Deshalb soll nun zusätzlich eine Foto-Datenbank erstellt werden. In der Schule in Kishondja zahlt JRS fuer für fünf Kids die Examens Gebühren je 37 US Dollar, was für deren Eltern richtig viel Geld ist. In der dritten Schule ist der Direktor nicht da und deshalb wird dort kein Geld ausgezahlt. Aber die Kids können unterschreiben. Zur Sicherheit wird der JRS-Zahltag nicht angekündigt, sonst würde man es ja Rebellen unnötig leicht machen und die JRS Mitarbeiter gefährden. Als Mzungu bin ich in de Schulen, wie auch auf der Strasse, die Attraktion.

Den Direktor der vierten Schule haben wir morgens mach Masisi fahren sehen. Er meint wohl seine Lehrer unterrichten auch ohne ihn. Aber die haben sich frei genommen und die Schule ist zu und menschenleer. Wir machen für den Direktor ein Foto. Die fünfte Schule liegt in einem Ort, in dem vor vier Tagen zwischen Polizei und Rebellen eine Schießerei war. Unser Projektleiter E. untersagt deshalb die Fahrt dorthin und der Direktor und die Schueler laufen uns deshalb 10km entgegen. Das Prozedere Cash gegen Unterschrift findet hier am Straßenrand statt. Während dessen laufen einige Frauen mit Brennholz auf dem Rücken vorbei und schauen interessiert zu.

Ich staune immer wieder, welche Lasten hier zufuss  auf Kopf oder Rücken über weite Strecken getragen werden. Auch Kinder sieht so oft bepackt.

Zum Abschluss besuchen wir eine sechste Schule, kath. geführt, dessen Direktor ein sehr aufgeräumtes Büro hat. An dieser Schule sind viele Kids krank. Nun treten wir die Rückfahrt an es findet dann im JRS Büro eine Teamsitzung der Woche statt.

Autor: Jutz_2017

Geboren 1961 und beruflich als E-Ing. (FH) in der Automatisierungstechnik tätig. Glücklich verheiratet und Vater von vier erwachsenen Töchtern. Ich engagiere mich gerne im Fairen Handel und in der Flüchtlingsarbeit. Religiös bin ich in der kath. Kirche aufgewachsen und fühle mich in der igantianischen Spiritualität zuhause. Der Interreligöse Dialog mit Muslimen, Hindus und Anderen ist mir wichtig geworden, die Ökumene ist mir eine Selbstverständlichkeit.

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